Die Dammer Berge gehören zu den bedeutendsten Lebensräumen des Hirschkäfers in Niedersachsen. Nachweise der Art reichen hier bis in die 1960er-Jahre zurück. Das FFH-Gebiet „Dammer Berge“ zählt zu den niedersächsischen Gebieten mit den größten bekannten Hirschkäfervorkommen. Für den NABU Damme ist der Schutz dieser beeindruckenden Käferart deshalb seit vielen Jahren ein besonderer Schwerpunkt.
Hirschkäfermeiler auf der Naturerlebniswiese im Bexaddetal
Der Hirschkäfer trägt den wissenschaftlichen Namen Lucanus cervus und gehört zu den größten heimischen Käferarten. Besonders auffällig sind die Männchen mit ihren geweihartig vergrößerten Mundwerkzeugen.
Den größten Teil ihres Lebens verbringen Hirschkäfer jedoch nicht als ausgewachsene Käfer, sondern als Larven unter der Erde. Dort ernähren sie sich von feuchtem, morschem und durch Pilze zersetztem Holz. Ihre Entwicklung dauert häufig fünf Jahre, kann aber auch sechs bis acht Jahre in Anspruch nehmen. Der ausgewachsene Käfer lebt anschließend nur wenige Wochen.
Der Hirschkäfer ist streng geschützt. Zu seinen wichtigsten Lebensräumen gehören alte, lichte Laubwälder, Waldränder, Streuobstwiesen, alte Parks und Gärten mit Baumstümpfen, Wurzelholz und ausreichend Totholz. In den Dammer Bergen sind insbesondere die alt- und totholzreichen Laubwaldbereiche von großer Bedeutung.

Ein Hirschkäfermeiler ist eine künstlich angelegte Totholzstruktur, die geeignete natürliche Entwicklungsstätten ergänzt. Größere Holzstücke und Wurzelteile werden teilweise in den Boden eingebracht oder eng mit dem Erdreich verbunden. Zwischenräume können mit morschem Holz und feinerem Holzmaterial gefüllt werden.
Durch Feuchtigkeit, Bodenkontakt, Pilze und andere Mikroorganismen beginnt das Holz langsam zu zerfallen. Erst dadurch wird es für Hirschkäferlarven als Nahrung nutzbar.
Ein guter Meiler besteht deshalb nicht einfach aus einem trockenen Stapel Brennholz. Entscheidend sind:
Auch andere Totholzkäfer, Pilze, Asseln und zahlreiche Bodenorganismen können von solchen Strukturen profitieren.

Der NABU Damme hat an mehreren Standorten Hirschkäfermeiler geschaffen. Ein Meiler befindet sich auf der Naturerlebniswiese in der Dammer Wienerei. Dort ist er Teil eines vielfältigen Naturerlebnis- und Bildungsangebotes mit Sandarium, Schmetterlingslehrpfad, Teich, Trockenmauer, Hummelhaus und weiteren Lebensräumen.
Am 8. November 2024 errichteten Aktive unserer Ortsgruppe außerdem einen Hirschkäfermeiler in Dalinghausen. Der Standort liegt in den Dammer Bergen und damit in einer Region, in der regelmäßig Hirschkäfer nachgewiesen werden. Der Bau wurde mit ehrenamtlicher Unterstützung umgesetzt.
Zur Information der Öffentlichkeit wurden mehrere Info-Tafeln aufgestellt und ein Hirschkäfer-Flyer erstellt. Diese Maßnahmen sollen die Bevölkerung über die Bedeutung und den Schutz des Hirschkäfers aufklären und zum Mitmachen anregen.
Mit dem Bau eines Meilers ist die Arbeit nicht abgeschlossen. Das Holz verrottet, feinere Bestandteile setzen sich und die gesamte Struktur verliert mit der Zeit an Volumen. Dieser Zerfall ist erwünscht, weil gerade das zersetzte Holz für die Larven wertvoll ist. Gleichzeitig muss geeignetes Material vorsichtig ergänzt werden, damit der Lebensraum langfristig erhalten bleibt.
Wir bedanken uns beim Landkreis Vechta für die wertvolle Unterstützung unseres regionalen Artenschutzprojektes.
Ausgewachsene Hirschkäfer lassen sich vor allem an warmen Abenden beobachten. Wer einen Hirschkäfer entdeckt, sollte ihn möglichst an Ort und Stelle belassen, nicht sammeln und nicht unnötig umsetzen.
Für Beobachtungen im Landkreis Vechta gibt es die Hirschkäfer-Hotline des Projektes „Hirschkäferparadies Dammer Berge“. Dort finden sich außerdem weitere Informationen über den Hirschkäfer, frühere Funde und die Standorte der Meiler.
Auch im eigenen Garten können kleine Maßnahmen einen Unterschied machen:
Da der Hirschkäfer unserer NABU-Gruppe besonders am Herzen liegt, haben wir eine spezielle Website für das Hirschkäferparadies Dammer Berge erstellt.