
Holzstämme, Wurzelstücke und Holzspäne sind für den Hirschkäfer keine Abfälle, sondern eine wichtige Lebensgrundlage. Dank einer Materialspende des Landkreises Vechta konnten wir bei einem Arbeitseinsatz unsere bestehenden Hirschkäfermeiler und Totholzhaufen im Raum Damme gezielt aufwerten.
Bei bestem Sommerwetter waren mehrere Aktive unserer NABU-Ortsgruppe im Einsatz. Das vom Landkreis Vechta bereitgestellte Holz und die Holzspäne wurden auf die bereits vorhandenen Meiler verteilt und in die bestehenden Strukturen eingearbeitet. Dabei ergänzten wir abgesackte Bereiche, stabilisierten das vorhandene Totholz und sorgten dafür, dass wieder ausreichend geeignetes Material in Bodennähe vorhanden ist.
Warum sind Holz und Holzspäne so wertvoll?

Für viele Menschen wirkt ein alter Baumstamm zunächst wie totes Material. Aus Sicht des Naturschutzes beginnt an dieser Stelle jedoch ein neuer Lebensabschnitt. Totholz gehört zu den wertvollsten Strukturen in einem naturnahen Lebensraum und wird von zahlreichen Käfern, Pilzen und anderen Kleinstlebewesen genutzt.
Besonders wichtig ist es für den Hirschkäfer. Seine Larven entwickeln sich über mehrere Jahre im Boden und ernähren sich von bereits zersetztem, durch Pilze aufgeschlossenem Holz. Geeignetes Material ist in vielen aufgeräumten Wäldern, Gärten und öffentlichen Grünanlagen allerdings nur noch begrenzt vorhanden.
Unsere Hirschkäfermeiler sollen deshalb Ersatzlebensräume schaffen. Die Kombination aus größeren Holzstücken, morschem Totholz, direktem Bodenkontakt und feineren Holzspänen bietet gute Voraussetzungen für die weitere Zersetzung des Materials. Die Späne füllen Zwischenräume, speichern Feuchtigkeit und tragen dazu bei, dass innerhalb des Meilers ein möglichst günstiges Mikroklima entsteht.
Bestehende Meiler müssen regelmäßig gepflegt werden

Mit dem einmaligen Bau eines Hirschkäfermeilers ist die Arbeit nicht abgeschlossen. Im Laufe der Jahre verrottet das Holz, die Späne setzen sich und der gesamte Meiler verliert an Volumen. Diese Entwicklung ist grundsätzlich erwünscht, denn gerade das zersetzte Holz ist für die Käferlarven wertvoll. Gleichzeitig muss jedoch regelmäßig neues Material ergänzt werden, damit der Lebensraum langfristig erhalten bleibt.
Bei unserem Arbeitseinsatz wurde daher nicht einfach nur Holz aufgeschichtet. Das Material wurde gezielt auf die bestehenden Meiler verteilt und so eingebaut, dass unterschiedliche Bereiche entstehen: feuchtere Zonen im Inneren, größere Holzstücke mit Bodenkontakt sowie lockerere Strukturen und Hohlräume an den Außenseiten.
Davon profitiert nicht allein der Hirschkäfer. Auch zahlreiche andere Totholzkäfer, Wildbienen, Pilze, Asseln und weitere Bodenorganismen können solche Strukturen nutzen. Totholzhaufen bieten zudem Versteck- und Überwinterungsmöglichkeiten für verschiedene Kleintiere.
Regionale Materialien werden zu langfristigem Artenschutz
Die Unterstützung des Landkreises Vechta ist für unsere ehrenamtliche Naturschutzarbeit besonders wertvoll. Größere Mengen geeigneten Holzes und passender Holzspäne lassen sich nicht ohne Weiteres beschaffen oder transportieren. Durch die Bereitstellung des Materials konnten unsere bestehenden Projekte unmittelbar und ohne hohe zusätzliche Kosten aufgewertet werden.
Gleichzeitig erhält Holz, das beispielsweise bei Pflegearbeiten anfällt, eine neue und langfristige ökologische Funktion. Statt nur als Reststoff betrachtet zu werden, wird es zu einem wichtigen Bestandteil praktischer Artenhilfe. Ein solcher Hirschkäfermeiler wirkt nicht nur für eine Saison, sondern kann über viele Jahre hinweg Lebensraum bieten.
Wir bedanken uns herzlich beim Landkreis Vechta für die Bereitstellung des Holzes und der Holzspäne sowie für die Unterstützung unserer Arbeit zum Schutz des Hirschkäfers und anderer Totholzbewohner.
Ein ebenso großer Dank gilt allen Aktiven, die bei sommerlichen Temperaturen mit Schaufeln, Forken und viel Muskelkraft dafür gesorgt haben, dass das Material an seinen Bestimmungsort gelangt ist.
Lust, bei uns mitzumachen?
Solche Arbeitseinsätze sind nur möglich, weil sich Menschen freiwillig für den Naturschutz vor Ort engagieren. Deshalb freuen wir uns jederzeit über neue Aktive, die unsere NABU-Ortsgruppe unterstützen möchten. Vorkenntnisse sind dafür nicht erforderlich – entscheidend sind Interesse an der Natur und die Freude daran, gemeinsam etwas Konkretes zu bewirken.
Wer unsere Arbeit kennenlernen oder bei einem der nächsten Einsätze dabei sein möchte, kann sich gerne telefonisch oder per E-Mail bei uns melden:
Tel. 05491/996758
[email protected]
Wir freuen uns über alle, die den Naturschutz
in Damme gemeinsam mit uns voranbringen möchten.

